Rund um die Steuer
In Norwegen gibt es direkte und indirekte Steuern. Die Einkommenssteuer (Besteuerung von
erarbeitetem Einkommen) und Vermögenssteuer (Besteuerung von Vermögen: Eigentum, Auto,
Bankeinlagen) sind direkte Steuern. Steuern werden an die Kommunen und an den Staat gezahlt.
Bis zu einem Jahreseinkommen von 394.000 NOK liegt der Einkommensteuersatz aktuell (stand 2006)
bei 28 % vom Gesamtbruttoeinkommen, bei einem Jahreseinkommen das über 394000 NOK werden
28 % + 9 % fällig. Hinzu kommt da dann noch die sogenannte Trygdeavgift, die bei 7,8 % liegt.
Die Trygdeavgift ist der Eigenanteil für die gesetzliche Sozial- und Rentenversicherung (folketrygden).
Die wichtigste indirekte Steuer ist die Mehrwertsteuer (merverdiavgift) von 24 Prozent auf die meisten Waren und Dienstleistungen. Wer unterlässt, die geforderte Mehrwertsteuer zu bezahlen, kann strafrechtlich verfolgt werden.
Die wichtigste indirekte Steuer ist die Mehrwertsteuer (merverdiavgift) von 24 Prozent auf die meisten Waren und Dienstleistungen. Wer unterlässt, die geforderte Mehrwertsteuer zu bezahlen, kann strafrechtlich verfolgt werden.
Die Höhe der zu zahlenden Steuern richtet sich nach dem Einkommen (progressiver Steuersatz).
Man kann sich, wenn man sein Bruttojahreseinkommen kennt, leicht ausrechnen, wie viel Steuern man zu
bezahlen hat. Dabei hilft dieser kleine Kalkulator hier:
Skattekalkulator
Wenn man beginnt zu arbeiten braucht man natürlich eine Steuerkarte, aber diese erhält man erst
nachdem man seine Personennummer hat.
Beantragen kann man die Steuerkarte jedoch schon nachdem man einen Arbeitsvertag hat. So braucht
man nur noch die Personennummer nach zu reichen und kann so den bürokratischen Ablauf ein
wenig beschleunigen.
Norwegen hat ein bilaterales Steuerabkommen mit den anderen EWR-Ländern unterzeichnet,
um Mehrfachbesteuerung zu vermeiden. Um sich über die eigene Steuersituation Klarheit zu
verschaffen, sollte man, vor dem Umzug mit dem Finanzamt im Heimatland sprechen. Von den
norwegischen Finanzämtern erhält man automatisch eine jährlich aktualisierte Broschüre zum
Thema Steuern ( "Hva blir skatten" )
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Steuer vor Ausbezahlung des Gehalts abzuziehen. Beim
zuständige Finanzamt in Norwegen muss man einen Antrag für die Lohnsteuerkarte stellen, die
man nach Erhalt dem Arbeitgeber gibt. So lange die Steuerkarte noch nicht vorliegt ist der
Arbeitgeber verpflichtet, 50 Prozent Steuer vom Gehalt abzuziehen. Dies ist viel mehr, als
man laut Lohnsteuerkarte bezahlen müsste. Zu viel bezahlte Steuern werden immer im folgenden
Jahr zurückerstattet.
In Norwegen werden Steuern von Einkommen im aktuellen Jahr bezahlt, das bedeutet Abzüge vom
Gehalt basieren auf einer Schätzung des erwarteten Einkommens. Jedes Jahr muss man spätestens
bis zum 30. April eine Steuererklärung einreichen. Der Abgabetag für Selbstständige ist der
28. Februar.
Die Steuer wird auf Grundlage der Angaben berechnet, die man in der Steuererklärung gemacht hat.
Den Steuererklärungsvordruck bekommt man jedes Jahr im Januar zugesendet. Man erhält auch eine
extra Gehaltsabrechnung vom Arbeitgeber, die man für die Steuererklärung zur Hilfe nehmen sollte.
Die Abrechnung gibt genaue Auskünfte über den Betrag, den man ausbezahlt bekommen hat. Ebenfalls
dort aufgeführt sind andere Vergütungen, der Gewerkschaftsmitgliedsbeitrag und die kollektive
Rentenversicherung. Außerdem ist dort die bereits bezahlte Steuer aufgelistet. All diese
Informationen benötigt man zur Vervollständigung der Steuererklärung.
Gemeinsam mit dem Steuererklärungsvordruck erhält man auch eine Broschüre auf Norwegisch mit
Richtlinien zum Ausfüllen des Vordrucks. Wer immer noch unsicher ist kann auch direkt zum
Finanzamt gehen und sich beim ausfüllen helfen lassen. Gerade bei der ersten Steuererklärung
ist das sehr sinnvoll!
Grob gerechnet gehen ein Drittel vom Einkommen für Steuern weg, wobei da die Kosten für
Krankenkasse und Sozialversicherung schon inklusive sind. In Norwegen deckt die "Folketrygden" die
meisten Ausgaben für Arztbehandlung, Unfälle, Geburten, Arbeitslosengeld, Krankengeld und für die
Alters- und Hinterbliebenenpension. Die Beiträge dafür betragen 7,8% für Bruttojahreseinkommen
von weniger als 340.700 NOK und werden direkt vom Einkommen abgezogen.
Wer nur für einen begrenzten Zeitraum von maximal zwei Jahren in Norwegen leben will, kann sich bei
dem Erhalt der Steuerkarte dort einen sogananten "standardfradrag for utenlandske arbeidstaker" eintragen
lassen. Dadurch reduzieren sich die Steuerausgaben in den zwei Jahren schon beachtlich.
Der Standartfradrag beträgt 10% und kann zwei Jahre in Anspruch genommen. Diese Regelung gilt seit 2006.
Wenn man die 10% Standardfradrag eintragen lässt, fallen jedoch einige andere Freibeträge weg die man zum Beispiel für Kinder, Wohneigentum und Schulden angeben kann. Für die Leute, für die das relvant ist, lohnt es sich auszurechnen, was der sinnvollere Weg ist und wie man am besten Steuern spart.
Der Standartfradrag beträgt 10% und kann zwei Jahre in Anspruch genommen. Diese Regelung gilt seit 2006.
Wenn man die 10% Standardfradrag eintragen lässt, fallen jedoch einige andere Freibeträge weg die man zum Beispiel für Kinder, Wohneigentum und Schulden angeben kann. Für die Leute, für die das relvant ist, lohnt es sich auszurechnen, was der sinnvollere Weg ist und wie man am besten Steuern spart.
Zum Thema Standardfradrag noch ein paar Worte. Die Standardfradrag Regelung ist ja eigentlich eine
Einrichtung um Personen die halt für einen befristeten Zeitraum in Norwegen leben, die Steuerlast etwas zu
verkleinern, da diese zumeist ja auch immer noch weitere laufende Kosten in ihrem Heimatland haben.
Nun hat es sich allerdings so entwickelt, dass die meisten Auswanderer von der Standartfradrag Regelung
gebrauch machen wenn sie hier her kommen, selbst wenn sie gar nicht beabsichtigen wieder in ihr Ursprungsland
zu ziehen.
Deswegen wird nun von Seiten des Skattetatens stärker auf diese Leute mit Standartfragdrag geschaut und
wenn es eben so ist das die Behörde den Eindruck bekommt das man eben nicht vorhat nach 2 Jahren
Norwegen wieder zu verlassen, kønnen die mit einer "netten" nachfroderung vor der Tür stehen und
das zuviel ausgezahlte Geld zurück verlangen.
Diese Möglichkeit gab es rein rechtlich auch vorher schon, nur wurde sie da sogut wie nie umgesetzt. In
Zukunft will man da aber etwas mehr drauf achten und deswegen sollten sich Leute die von vornherein planen
eben nicht so schnell wieder hier weg zu ziehen im zweiten Jahr den Standartfradrag nicht mehr unbedingt
beantragen. Im ersten Jahr denke ich gibt es deswegen keine Probleme, da ja keiner im Vorfeld 100% sicher
sein kann ob das Leben hier oben so ist wie man sich das vorgestellt hat und ob man wirklich hier bleiben will.
Normalerweise wird man in Steuerklasse 1 eingestuft. Die Einstufung in
Klasse 2 statt Klasse 1 erfolgt nur, wenn man verheiratet ist und der Partner nicht berufstaetig ist.
Wer ohne Standardfradrag und in Klasse 1 eingestuft wird, für den gilt die trekktabell 7100 mit
den höchsten Abzügen.
Jeder der in Norwegen Geld verdient hat beim versteueren einen Mindestfreibetrag, den minstefradrag.
Dieser liegt seit aktuell (Jan. 2006) bei 61.100 NOK.
Ende Juni bekommt man per Post das "Skatteoppgjør" in der man das seine endgültige
Besteuerung (likning) für das zurückliegende Einkommensjahr ersehen kann. Falls dort dann
irgendwas nicht stimmt oder es wurde etwas nicht anerkannt, reicht man eine "Klage", also
eine schriftliche Beschwerde, beim Kemmnerkontoret ein.


