Norwegische Forscher und Entdecker
Norwegens Kultur wird auf jeden Fall auch von den Menschen geprägt, die
Großes geleistet haben. Das sind jedoch nicht nur Herrscher, Politiker oder
Künstler, sondern in Norwegen vor allen Dingen auch Forscher und Entdecker.
Hier ein paar Informationen über die wichtigsten Personen dieser Sparte.
Hier ein paar Informationen über die wichtigsten Personen dieser Sparte.

Roald Amundsen
Der große norwegische Polarforscher Roald Amundsen war an der Erforschung
der Nordpolarzone und der Südpolargebiete beteiligt. Den großen
Polarexpeditionen des 19. Jahrhunderts lag ein wissenschaftliches Interesse
zugrunde. Von 1897 bis 1899 nahm Amundsen an einer belgischen Südpolarexpedition
teil. Nachdem er in Deutschland wissenschaftliche Studien betrieben und sich
insbesondere mit der Technik der erdmagnetischen Messungen befasst hatte,
erkundete er den nördlichen Magnetpol.
Von 1903 bis 1906 bewältigte Roald Amundsen erstmals mit nur einem
Schiff (der "Gjoa") die Nordwestpassage, den Schiffahrtsweg zwischen Atlantik
und Pazifik im Norden Nordamerikas.
Im Januar 1911 landete der Forscher an der Küste der Antarktis und
stieß mit Hundeschlitten über das Schelf- und Inlandeis zum Südpol vor, den er
am 14. Dezember 1911 als erster erreichte, etwa vier Wochen vor dem Engländer
Robert Falcon Scott; auf dem Rückweg entdeckte Amundsen die
Königin-Maud-Kette.
Von 1918 bis 1920 bezwang er als zweiter - nach Adolf Erik von
Nordenskjoid - die Nordostpassage, den Schiffahrtsweg, der den Atlantischen mit
dem Pazifischen Ozean verbindet.
Sein eigentliches Ziel, die Drift über den Nordpol, erreichte Amundsen
jedoch nicht. Am 12. Mai 1926 überflog der Forscher - nach vergeblichen
Versuchen, den Nordpol auf dem Luftweg zu erreichen, diesen mit zwei Begleitern
in dem Luftschiff "Norge". Im Juni 1928 ist Roald Amundsen auf einem Flug nach
Spitzbergen verschollen.

Fridtjof Nansen
Nansen wurde in eine Familie hineingeboren, die für ihren öffentlichen
Einsatz bekannt war und großes Ansehen genoss. Unter seinen Vorfahren waren
viele außergewöhnliche Persönlichkeiten, die der Drang auszeichnete, Unbekanntes
zu erforschen. Gemessen an den damaligen Verhältnissen hatte Fridtjof Nansen vom
Tage seiner Geburt im Oktober 1861 an eine sorglose Kindheit. Dank dem Wohlstand
der Familie konnte er in den entscheidenden Jahren der Kindheit und Jugend
seinen unzähligen Interessen nachgehen.
Nansens Interessen und Fähigkeiten
waren so vielseitig, dass es ihm schwerfiel, eine Studienrichtung zu wählen, als
er sich an der Universität Oslo einschrieb. Eigentlich lagen ihm Physik und
Mathematik am meisten. Andererseits war er überzeugt, das Studium der Zoologie
werde ihn der Natur näher bringen. Das gab den Ausschlag. Die Ozeanographie, mit
der er sich dann besonders beschäftigen sollte, steckte damals noch in den
Kinderschuhen. Zeitlebens galt Nansens Leidenschaft der Arktis. Sie wurde
während der Studienzeit geweckt, als er 1882 auf Empfehlung eines Professors mit
dem Robbenfangschiff "Viking" zum Nordpolarmeer fuhr mit dem Auftrag, seine
Beobachtungen über die Windverhältnisse, die Meeresströmungen, die Bewegungen
des Eises und das Leben der Tiere niederzuschreiben.
Nansen vergaß nie
seinen Plan, das Inlandeis Grönlands zu überqueren. 1887 konnte er endlich mit
den Vorbereitungen beginnen. Es war ein kühner und Aufsehen erregender Plan;
manche hielten ihn für tollkühn. Statt an der bewohnten Westküste an Land zu
gehen und sich von dort aus dem Landesinneren zu nähern, wollte er an der
Ostküste an Land gehen und sich nach Westen bewegen. Im Alter von 27 Jahren
hatte Nansen seine Mannschaft ohne jeglichen Unfall durch ein Gebiet geführt,
das zuvor noch von keinem Menschen betreten worden war.
Er durchquerte als
erster 1888 Grönland auf Skiern von Osten nach Westen.
Seine zweite
Expedition führte ihn von 1893—1896 in das Nordpolarmeer. Nansen erreichte dabei
mit 86°14' Nord den nördlichsten Punkt, den bis dahin je ein Mensch betreten
hatte. Das Schiff, das er bei dieser Forschungsreise einsetzte, die Fram, war
speziell gebaut worden, um dem großen Druck des Eises standzuhalten. Das Schiff
"Fram" ließ er im Eis festfrieren und mit dem driftenden Treibeis nordwärts
treiben.
Im Jahre 1922 erhielt Fridtjof Nansen (1861 - 1930) den
Friedensnobelpreis für sein Engagement für Flüchtende und Hungernde in der
Sowjetunion. Den Geldbetrag verschenkte er für Hilfsmaßnahmen. Fridtjof Nansens
Leistungen tragen den Stempel seines wagemutigen Charakters und seiner
Fähigkeit, für Probleme, die andere für unüberwindlich hielten, einzigartige
Lösungen zu finden. Diese Eigenschaften nutzte Nansen als Polarforscher,
Diplomat und Wohltäter.

Thor Heyerdahl
1914 in Larvik, Norwegen geboren, studierte Thor Heyerdahl Biologie und
Geographie an der Universität von Oslo. Er setzte sich das Ziel, die Möglichkeit
früher transozeanischer Kontakte zu beweisen. Zu diesem Zweck überquerte er
mehrere Ozeane in einfachen Booten allein mit Hilfe von Wind und
Meeresströmungen, 1947 gelangte Heyerdahl mit dem Balsafloß "Kon-Tiki" von der
Pazifikküste Südamerikas nach Polynesien (Tahiti), 1969/1970 in der Expedition
"Ra" von Marokko aus nach Mittelamerika (Barbados), ferner mit dem nach
sumerischen Vorbildern gebauten Schilfboot "Tigris" von Basra durch den
Persischen Golf nach Dschibuti (1977/1978). In den Jahren 1955/1956 erforschte
er die Kultur der Osterinsel. 1983 entdeckte er auf den Malediven Reste einer
alten Hochkultur. In mehreren Büchern hat Thor Heyerdahl über seine
Unternehmungen berichtet. Seit 1952 organisierte Heyerdahl archäeologische
Expeditionen auf die Galápagosinseln, auf die Osterinsel, östliche Polynesien
und auf die Malediven im Indischen Ozean, sowie auf die Pyramidenansammlung von
Túcume an der Nordküste von Peru. Heyerdahl ist mit den höchsten ehrenvollen
Erwähnungen von den Königen und Präsidenten von Norwegen, Italien, Peru, Ägypten
und Marokko ausgezeichnet worden. Außerdem wurde er von der Königin von England
mit der Goldmedaille der Königlichen Gesellschaft für Geographie und von dem
König von Schweden mit der Goldmedaille der Königlichen Gesellschaft für
Anthropologie und Geographie ausgezeichnet.
Für seine Aktion für den
Umweltschutz hat er von der UNO den Internationalen Preis der Umwelt empfangen
und für seine Dokumentarfilme wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet.
Am
18.04.2002 starb Thor Heyerdahl mit 87 Jahren in Italien an einem Gehirntumor.

