Norwegische Musik
Allgemeines
Funde von Bronzehörnern aus der Zeit zwischen 1500-500 v. Chr zeigen die lange Tradition, die Gesang und Musik in Norwegen haben. Im Jahre 1380 kam Norwegen unter dänische Herrschaft. Ohne Königs- und Fürstenhäuser im Land, ohne eigenen Adel hatte Norwegen in den kommenden 450 Jahren wenig Gelegenheit, die Kunstmusik zu entwickeln. Auf dem Lande konnte sich die Volksmusik frei entfalten. Die ersten Komponisten sind aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts namentlich bekannt.
Erst im 19. Jahrhundert erfuhr die norwegische Musikkultur einen wirklichen Aufschwung. Der Geigenvirtuose Ole Bull (1810-1880) war möglicherweise derjenige, der die Entwicklung Mitte des 19. Jahrhunderts am stärksten prägte. 1834 hatte er als Geiger seinen internationalen Durchbruch in Bologna. Dem "nordischen Paganini" lag ganz Europa zu Füßen, und so wurde er zum Vorbild für Musiker und Dichter wie Grieg, Nordraak, Bjørnson, Vinje und Ibsen. Was in der Musikgeschichtliche häufig übersehen wird, ist die Bedeutung der Frauen als Musikschaffende. Die norwegischen Musikerkreise waren liberal und aufgeschlossen, und eine Frau konnte unter den damaligen Umständen vergleichsweise schnell Anerkennung und Unterstützung erhalten.
Das Goldene Zeitalter der norwegischen Musik war die Zeit mit den Komponisten Edvard Grieg (1843-1907) und Johan Svendsen (1840-1911) als den bedeutendsten Vertretern. Allen war das Bemühen gemeinsam, der Musik eine nationale Ausdrucksform zu geben. Die Einführung der Hardangerfiedel in die Konzertsäle durch Ole Bull und die Erfassung norwegischer Volksweisen durch Ludvig Mathias Lindeman machten den Komponisten die nationalen Musikschätze zugänglich. Die meisten Künstler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts versuchten auf unterschiedliche Weise, Elemente der Volksmusik in ihre Musik zu integrieren.
Die Aufzeichnung der Volksmusik dauerte bis weit in unser Jahrhundert hinein. Die meisten Musikschaffenden schöpften gern aus dieser Quelle. Es verstärkte sich das Bedürfnis, eine nationale Identität zur Geltung zu bringen.
Der Zweite Weltkrieg machte den engen Beziehungen zwischen Deutschland und Norwegen ein jähes Ende. Die nachwachsende Komponistengeneration wandte sich Paris oder den USA zu. Die technologische Revolution der 50er Jahre hatte für die Musik beträchtliche Konsequenzen. Sowohl die Unterhaltungs- als auch die seriöse Musik erfuhren eine bis dahin nicht gekannte Expansion mit daraus folgenden raschen Stiländerungen.
Dennoch wuchs ein junges Publikum heran, das im Laufe der 1970er Jahre zahlreicher wurde. Als immer mehr Menschen sich langsam an die Moderne gewöhnten, war der Trend schon wieder im Begriff, umzuschwenken. Der Avantgardismus hatte eine relativ kurze Lebensdauer in Norwegen.
Die historische und die zeitgenössische Musik stellen ein gemeinsames Erbe und einen gemeinsamen Besitz dar, den der Komponist nach Belieben bearbeiten und umgestalten kann.
Viele Jahre leisteten die Musikabteilungen des Rundfunks und Fernsehens einen wichtigen Beitrag zur Förderung norwegischer Musik, indem sie bewusst norwegische Interpreten engagierten und auch programmpolitisch die norwegische Musik unterstützten.
Das 1946 als Unterhaltungsorchester gegründete Rundfunkorchester in Oslo hat
in den vergangenen Jahren sein in Funk und Fernsehen angebotenes Repertoire wesentlich erweitert und eine beeindruckende musikalische Entwicklung durchgemacht. Ganz vorn steht das Philharmonische Orchester Oslo, das zu den besten Sinfonieorchestern der Welt zählt. Das philharmonische Orchester in Bergen wurde 1765 gegründet und ist heute einer der Grundpfeiler der Bergener Festspiele, die sich trotz zahlreicher neuer Musikfestivals als Norwegens bedeutendste Kulturveranstaltung behaupten.
Die heutige Musikszene in Norwegen ist sehr lebendig und breit gefächert. Durch den hohen Stellenwert, den Musik um Alltags- und Vereinsleben in Norwegen hat, ist ein breites Angebot an diversen Musikveranstaltungen für nahezu jeden Geschmack gewachsen. Es gibt eine nahezu unübersichtliche Zahl an Bands und Künstlern nahezu jeder Stilrichtung und dementsprechend kann man vom großen Konzert bis zum kleinen Barauftritt alles erleben. Den hohen Stellenwert der Musik in Norwegen, und gerade auch der einheimischen Musik, kann man auch leicht bei einem Blick ins die TV Programme erkennen, in denen Musik einen großen und wichtigen Platz einnimmt. Es gibt eine Vielzahl von Musiksendungen und Berichten. Auch die breitgefächerte Radiolandschaft gibt einen Einblick in nahezu alle Musiksparten.
Neben Norwegisch ist Englisch die verbreiteste Sprache in der norwegischen Musik, denn besonders, wenn man über die Grenzen des Landes hinaus Musik machen will, ist das unumgänglich. So gibt es heute eine Vielzahl von Musikern, die einen festen Platz in der internationalen Musikszene haben, aber auch viele, die diesen Platz leider noch nicht haben, obwohl sie ihn verdient hätten.
Norwegische Musiker und Interpreten sind mittlerweile weit über die
Landesgrenzen hinaus bekannt. Im Ausland erfreut sich besonders norwegischer
Jazz und Metal großer Beliebtheit. Aber auch in den Bereichen Pop, Rock, Folk
und Klassik gibt es viele Künstler die weit über die Landesgrenzen hinaus
bekannt sind.
Eine Auflistung und Verlinkung einzelner norwegischer Interpreten und Bands habe
ich an dieser Stelle bewusst vermieden. Zum einen ist die Liste so groß, dass
ich hier unmöglich eine vollständige Übersicht einbinden könnte. Zum zweiten
gehen gerade im Bereich Musik die Geschmäcker so weit auseinander, dass es
schwierig ist, da jedem Genre gerecht zu werden. Deswegen empfehle ich, wenn es um
gezielte Infos zu norwegischen Interpreten und Bands geht, einen Klick auf den norwegischen
Bandindex. Dort findet man
einfach und schnell das Gesuchte und neben Infos zu Interpret, Diskographie und
Artikeln aus der Presse findet man dort auch Links zur Homepage der Künstler und
alles was sonst noch interssant ist.

Wichtige norwegische Musiker
Edvard Grieg
Der in Bergen geborene norwegische Komponist Edvard Grieg studierte am Leipziger Konservatorium
Musik und setzte sein Studium bei Gade, dem damals führenden dänischen Komponisten, in Kopenhagen
fort. Entscheidende Anregungen erhielt er von Richard Nordraak, durch den er den Zugang zur
nordischen Volksmusik fand. 1866 gab Grieg in Christiania, dem heutigen Oslo, das erste Konzert mit
eigenen Kompositionen (Klavier- und Violinsonaten, Lieder). Er machte Reisen nach Italien und lernte
in Rom Franz Liszt kennen. Später lebte Grieg in Christiania und von 1885 bis zu seinem Tode in dem
Landhaus Troldhaugen bei Bergen. Nach der Rückkehr aus Rom schloss sich Grieg in Norwegen einem Kreis
junger Musiker und Schriftsteller an, die eine nationale Kunst ins Leben rufen wollten. Grieg
verschaffte der norwegischen Musik Weltgeltung, indem er bei Bearbeitungen von Volksliedern mit den
Kompositionsformen seines Jahrhunderts verband.
Er schuf Klaviermusik (u.a. "Hochzeitstag auf Troldhaugen", "Norwegische Tänze und Volksweisen",
"Aus dem Volksleben" ), Kammermusik (Violinsonaten, Streichquartette u.a.) sowie Orchesterwerke
("Aus Holbergs Zeit" ; eine Festmusik zum 200. Geburtstag des Lustspieldichters Ludwig Holberg) und ein
Klavierkonzert. Neben den Orchesterstücken zu Bjornstjerne Bjornsons "Sigurd Jorsalfar" ist besonders die
Schauspielmusik zu Henrik lbsens "Peer Gynt" von Bedeutung, die 1874 bis 1876 auf Wunsch des Dichters entstand.
Die Musik schildert die Stimmung im Hochgebirge, die Wut der Hochzeitsgäste über den Raub der Braut, schließlich
Peer Gynts dramatische Heimkehr und den Frieden bei Solvejg, die auf ihn gewartet hat.

Ole Bull
Ole Bornemann Bull war zu seiner Zeit ein weltbekannter Geigenvirtuose und Komponist. Schon
als Neunjähriger gab er sein Debüt als Violinsolist. Mit neunzehn begann er eine Ausbildung bei
Louis Spohr in Kassel, die er jedoch bald wieder abbrach. Er blieb zeitlebens Autodidakt und
hatte nie einem systematischen Unterricht im Violinspielen und Komponieren beigewohnt. 1830 ging
er nach Paris. Dort kam es zu der für sein Leben entscheidenden Begegnung mit Paganini. Bull war
von ihm so beeindruckt, daß er sich ihn zum Vorbild nahm. Er schulte sein eigenes Spiel am
Vortrag Paganinis und hatte damit so großen Erfolg, daß er ab 1834 ausgedehnte Konzertreisen
durch ganz Europa und Amerika unternehmen konnte. Als Bull 1838 nach Norwegen zurückkam, feierten
ihn seine Landsleute wie einen Nationalhelden. Bull war äußerst populär. Das nationale Musikleben
und das künstlerische Selbstbewusstsein wurden durch ihn entscheidend verändert. Er starb 1880 in Bergen.


Links zum Thema Musik
Musikkinformasjonssenteret - alles zum Thema norwegische Musik
Bandindex - hier findet man Infos zu alle norwegischen Musiker und Bands
Jazzforum -sehr informativer Seite zum Thema Jazz
Nordische Musik - sehr gute und umfangreiche deutschsprachige Seite
Folkemusikk - alles zum Thema norwegischer Folk
Folk og Dans - sehr informative Seite zur norwegischer Folk
NRK Musikk - infotmative Seite zu Musik und Künstlern
Aftenposten Musik - viele Informationen zum allem aus der Musikszene
Musikkonline - hier kan man norwegische Musik hören und gegen Bezahlung legal downloaden
Cdon - empfehlenswerter Shop mit günstigen Angeboten und Auslandsversand
Zailor - guter Onlineshop, Auslandslieferung möglich
CD Planet - übersichtlicher Onlineshop der auch ins Ausland liefert
Bare Jazz - empfehlenswerter auf Jazz speziallisierter Shop mit Auslandsversand
Platekompaniet - Shop mit sehr guten Preisen, jedoch KEIN Versand ins Ausland
Freerecordshop - ebenfalls sehr preiswerter CD schon, aber auch hier KEIN Versand ins Ausland
Kirkelig Kulturverksted - Musikverlag, Konzertveranstalter und Infomedium
Radio.no - online Radio aus ganz Norwegen
Kulturkalenderen - Infos zu Konzerten und Veranstaltungen
Ticketmaster - Tickets für Konzerte und Events in Norwegen
Ticnet - weiterer Anbieter für Tickets in Norwegen
Den Norske Opera - die norwegische Oper in Oslo
Spektrum - Oslos Bühne für grosse Konzerte und Events
Rockefeller - wichtige Adresse für Live Konzerte in Oslo
Blå - wichtiges Eventlokal in Oslo, speziell im Bereich Jazz
Nattguiden - Konzerte, Festivals, Events, Clubs... alles auf einer Seite
Norske Festivaler - übersicht zu den Festivals in Norwegen

